Das erste Mal die Periode

Das erste Mal die Periode
Junge Frau mit abdominalen Schmerzen - Foto: belchonock / depositphotos.com

Als Eltern ist es natürlich eine mehr als aufregende Zeit, wenn die Kinder in die Pubertät kommen. Doch natürlich kann es auch eine Zeit sein, die Nerven aufreibt. Nicht nur für die Eltern ergeben sich häufig vielfältige Herausforderungen. Die Kinder selbst sind teilweise ebenfalls überfordert, schließlich erlebt deren Körper tiefgreifende Veränderungen. Speziell bei Mädchen, die zu jungen Frauen heranreifen, kann in diesem Alter oft dicke Luft herrschen. Zur Zeit der Pubertät gibt es allerdings auch sensible Gespräche, die man als Mutter mit seiner Tochter führen sollte. Dabei geht es unter anderem um die Periode, schließlich wird diese für junge Mädchen irgendwann zu einem großen Thema. Dabei muss die erste Menstruation nicht mal symbolisch für den Beginn des Erwachsenwerdens stehen, denn Mädchen bekommen ihre Regel beinahe immer früher. So sollten sie erste Gespräche frühzeitig führen und nicht erst alles besprechen, „wenn es zu spät ist“.

Der Weißfluss: Anlass zum Gespräch

Als Mutter, natürlich auch als Vater, sollten Sie ein inniges Verhältnis zu Ihrer Tochter pflegen und mitbekommen, was sich körperlich bei Ihrer Tochter verändert. Dazu gehört es auch, dass Sie Ihre Tochter aufklären, wenn der Zeitpunkt reif ist, es sei denn, diese Aufgabe wurde eventuell von der Schule übernommen. Eigentlich gibt es aber immer noch Themen, die zusammen besprochen werden können. Da wäre beispielsweise der Weißfluss, ein Ausfluss bei jungen Mädchen, der sich in der Unterhose festsetzt. Dieser Ausfluss ist meistens das Zeichen dafür, dass die Geschlechtsorgane zu arbeiten anfangen. Ein bis zwei Jahre später tritt dann zumeist die erste Regelblutung ein. Also schon beim Auftreten dieses Weißflusses können diverse Themen besprochen werden, die dann auch bei der Periode relevant sein können. Gespräche über Slipeinlagen können sich beispielsweise anbieten, oder aber Sie klären Ihre Tochter bei Gelegenheit gleich darüber auf, welche Arten des Schutzes es bei der Regelblutung gibt und welche Vor- und Nachteile Binden bzw. Tampons haben. Natürlich sollten Sie Ihre Gespräche immer auch am Alter Ihrer Tochter ausrichten. Ist Ihre Tochter elf Jahre alt, wird es wenig Sinn machen, Sie als fast fertige Frau zu behandeln und sexuelle Themen in aller Ausführlichkeit zu besprechen. Anders sieht es hingegen aus, wenn die Pubertät schon weiter vorangeschritten ist. Wichtig ist es in diesem Zusammenhang auch, dass Sie ohne Tabus und unverblümt mit Ihrer Tochter sprechen, also nicht in die „Bienchen und Blümchen“-Sprache abrutschen. Schließlich dienen Sie für Ihre Tochter als Vorbild und nach Ihren Ausführungen sollte sich Ihre Tochter nicht für Ihren Körper schämen! Erklären Sie also gelassen und sachlich und vermitteln Sie Ihrer Tochter Selbstbewusstsein. Machen Sie ihr klar, dass keine Panik ausbrechen muss. Wie Sie mit der ganzen Thematik als Mutter umgehen, wird auch beeinflussen, wie Ihre Tochter damit umgeht. Einfach sind solche Unterhaltungen am Anfang wohl nie und sehr gerne muss man auch nicht darüber sprechen. Dennoch gehört es zur Erziehung unweigerlich dazu.

Soll die Mutter Verhütung ansprechen?

Diese Frage wurde ja bereits im ersten Teil teilweise beantwortet. Generell sollte man als Mutter darauf achten, wie weit die Entwicklung der Tochter vorangeschritten ist und dabei natürlich auch das Alter beachten. Ist Ihre Tochter gerade erst elf Jahre alt, macht es wenig Sinn, Themen der Sexualität ausführlich zu besprechen, denn ist Ihre Tochter trotz eventueller Monatsblutung womöglich noch lange nicht so weit, sich als Frau zu fühlen bzw. fühlen zu wollen. Die Themen Pubertät und Menstruation sollten daher separat betrachtet werden, weshalb es sich anbietet, diese für das Kind heiklen Themen schon früher anzusprechen. Wenn dies der Fall war, dann werden darauf aufbauende Themen leichter anzusprechen sein, da sie bei Ihren Ausführungen nicht bei Adam und Eva beginnen müssen. Etwas Fingerspitzengefühl und Coolness kann hierbei natürlich auch nicht schaden. Vielleicht hat sich Ihre Tochter auch schon viel Wissen durch Freunde etc. angeeignet und Sie „unterfordern“ sie mit Ihren Ausführungen. Das wird man womöglich schnell merken. Was genau Sie Ihrer Tochter erzählen möchten, kommt natürlich auf Sie und auf das Interesse Ihrer Tochter an. In der Tat eignet sich die erste Periode gut dafür, um einige grundlegende Dinge zu klären. Schließlich sollte Ihre Tochter spätestens dann wissen, was es mit dem Menstruationszyklus auf sich hat, wie er funktioniert und wie der eigene Körper damit besser verstanden werden kann. Mit dem Zyklus hängen natürlich auch die Themen Sexualität und Verhütung eng beieinander. Hat Ihre Tochter also ein gewisses Alter erreicht, ist jetzt die Zeit gekommen, um über die Themen Verhütung, Eisprung, Medikamente, Menstruationsbeschwerden etc. zu sprechen. Wichtig ist hierbei wie gesagt, wie Sie die Informationen übermitteln. Erklären Sie möglichst biologisch, warum was im Körper geschieht und dass es bei Frauen weltweit genau so der Fall ist. Für ein Mädchen ist es in der Pubertät schwer genug, Selbstbewusstsein und ein Körperbewusstsein zu erlangen. Da sollte die Menstruation nicht als Strafe verstanden werden.

Frauenarzt?

Solange bei Ihrer Tochter keine anormalen Beschwerden oder Symptome auftreten oder die Menstruation merkwürdig lang ausbleibt, muss kein Frauenarzt konsultiert werden, „nur“ weil Ihre Tochter Ihre erste Regelblutung erhalten hat. Wenn Sie dann schon die Meinung vertreten, Ihre Tochter sollte einen Frauenarzt aufsuchen, werden Sie unnötig viel Staub aufwirbeln und eventuell umso mehr Panik erzeugen. Dabei geht es ja gerade darum, der Tochter aufzuzeigen, dass es sich hierbei um etwas Natürliches handelt und dass die Menstruation kontrolliert werden kann, wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat. Dass es anfangs einer Umstellung bedarf, sollte in einem Gespräch natürlich ebenfalls Inhalt sein. Sollte Ihre Tochter tiefergehende Fragen haben, so könnte Sie diese, sollte sie das wollen, trotzdem einem Frauenarzt stellen. Denn im Alter zwischen 12 und 17 Jahren wird für junge Frauen eine Impfung gegen HPV (humane Papillomaviren) empfohlen. Durch diese Impfung wird Ihre Tochter gegen die Gefahren von Gebärmutterhalskrebs geschützt. Diese Impfung sollte vor dem ersten Geschlechtsverkehr erfolgen. Das ist im Prinzip aber der einzige Grund, warum ein Frauenarzt konsultiert werden sollte. „Nur“ aufgrund der Regelblutung ist das, in der Regel, nicht nötig.

Fazit

Geduld, Empathie, Einfühlungsvermögen, Gelassenheit, „Professionalität“ und keine Berührungsängste: Eigenschaften, die Eltern, vor allem Mütter, haben sollten, wenn die eigene Tochter mit den heiklen Themen des Lebens konfrontiert wird. Schließlich ist Ihre Tochter diejenige, die mit all den Veränderungen in ihrem Körper und in ihrem Leben klarkommen muss. Wenn die Vertrauenspersonen, die dafür verantwortlich sein sollten, ein gesundes Körperbewusstsein zu vermitteln, dann auch noch anfangen, Panik zu verbreiten, wird das dem Kind bzw. Teenager nicht gerade weiter helfen. Entscheiden Sie individuell, wie viel und worüber Sie mit Ihrer Tochter sprechen müssen bzw. wollen und in welcher Phase Sie sich befindet. Seien Sie Ansprechpartner und vermitteln Sie positive Gefühle. Dann werden die körperlichen Veränderungen gar nicht so spektakulär ausfallen und die Erde dreht sich normal weiter.