Die Pubertät beim Mädchen

Pubertierendes Mädchen streitet mit Mutter
In der Pubertät sind Mädchen oft bockig - Foto: kmiragaya / depositphotos.com

Als Vater kann es Sie überfordern, als Mutter kennen Sie diese Phase zu gut: ihre Tochter, immer war sie ihr kleines artiges und wohl behütetes Mädchen, kommt in die Pubertät und plötzlich ist nichts mehr so, wie es einmal war. Langsam müssen Sie Abschied nehmen von diesem kleinen Mädchen, das sich in den kommenden Jahren zu einer erwachsenen Frau entwickeln wird.

Auch für das Mädchen selbst ist diese Phase alles andere als einfach, denn wird ihr Körper tiefgreifende Änderungen erfahren: Schamhaare, Achselbehaarung, Wachstum der Brust und Vagina, Regelblutung, Körpergröße und Gewicht nehmen zu, jugendliche Haut entwickelt sich – viele körperliche Symptome, von denen man als Elternteil nur bedingt etwas mitbekommt.

Die Körpergröße oder der eine oder andere Pickel auf der Haut gilt oft als ultimatives Indiz, dass die Pubertät begonnen hat. Doch neben diesen äußerlichen „Symptomen“ kommen auch einige andere Umstände mit hinzu, die zu einer schwierigen Phase für alle Beteiligten führen können. Neben dieser „äußeren“ Pubertät ist es nämlich die „innere“ Pubertät, die allerhand Probleme für ein Familienleben bereithält.

Typische Probleme in der Pubertät

Natürlich verläuft nicht jede Pubertät und Entwicklung gleich, doch häufig sind es schon die „typischen“ Probleme, von denen gesprochen werden kann, wenn es um die Pubertät von Mädchen geht.

Unter anderem auch aufgrund des Drucks innerhalb unserer Gesellschaft, erschaffen von Mode- und Jugendzeitschriften und den Medien haben es Mädchen in dieser Phase schwer, Frieden mit ihrem eigenen Körper zu schließen und ihn so zu akzeptieren, wie er ist.

Sie können besonders sensibel für Einflüsse von außen sein. Da ist vielleicht dieser eine Junge, dem man unbedingt imponieren möchte. Schließlich will man auch in der eigenen Clique dazugehören und nicht die einzige sein, die Klamotten von gestern trägt oder sich nicht schminkt.

„Je auffälliger, desto besser“ ist dann vielleicht das Credo am Morgen vor dem Spiegel. Natürlich kann das auch am Frühstückstisch Reibung erzeugen.

Übertriebenes Styling

Als Vater legen Sie morgens vielleicht verwundert ihre Zeitung zur Seite, wenn Sie in das Gesicht Ihrer Tochter schauen und sich fragen, was mit Ihrem Mädchen passiert ist. Wurde Sie über Nacht ausgetauscht? Beherbergt Ihre Tochter eine unbekannte Freundin in Ihrem Zimmer?

Wer ist diese junge Frau, die sich so schminkt, als würde Sie heute den Bundeskanzler höchstpersönlich treffen? Ist der Maskenball schon heute? Fängt der Kölner Karneval nicht erst nächste Woche an? Als Vater sind das natürlich Gedanken, die sie besser für sich behalten sollten, denn schließlich muss Ihre Tochter ihr Verhältnis zum eigenen Körper und zu den Themen Beauty, Styling und Make-Up erst finden. In dieser Phase wird Sie ohnehin mehr auf ihre Freundinnen und Freunde, oder auf Tipps in ihren Beauty-Zeitschriften hören.

Sollten Sie ihr also zu verstehen geben, dass Sie mit ihrem Styling so gar nichts anfangen können, werden Sie am nächsten Tag vielleicht umso überraschter sein, wenn das Styling noch auffälliger geworden ist. Irgendwie sollten Sie Ihrer Tochter das Gefühl geben, dass Sie auch ohne Schminke hübsch ist. Ansonsten gilt es wohl, Sie nicht auf Ihr Äußeres zu reduzieren und manche Dinge einfach ihr und ihrer Entwicklung zu überlassen.

Kopieren anderer

Ihre Tochter wird es nicht zugeben, doch sind die Kreationen, die sie täglich vor dem Spiegel erschafft, auch nicht immer ihre eigenen Kreationen. Es sind wie bereits angeschnitten eher die Trends, die sie in Jugendzeitschriften finden wird, eventuell auch Trends innerhalb einer Clique, die für Ihre Tochter in dieser Zeit wichtig sind. Gerade innerhalb von Cliquen gibt es manchmal einen vorherrschenden Style.

Alle wollen irgendwie unterschiedlich und anders aussehen und doch sehen alle am Ende vielleicht identisch aus. Sie haben die gleiche Handtasche, nur vielleicht in anderen Farben. Auch in puncto Styling schaut man sich unterbewusst etwas von seiner Freundin ab. Man möchte sich anpassen, konkurriert gleichzeitig aber auch.

Man verfolgt Trends und möchte irgendwie auch eigene Trends setzen. Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie den Kleidungsstil Ihrer Tochter neuerdings als eigenartig oder untypisch empfinden. Letztlich wird Ihre Tochter am Ende schon wissen, wie sie sich kleiden will und möchte.

Zickenalarm

Wenn es also um die Themen Styling oder Kleidung geht, sollten Sie als Elternteil nicht auch noch unnötig provozieren, denn Zickenalarm finden Sie in dieser Zeit ohnehin schon vor. Die Hormone spielen verrückt, denn der Körper eines Mädchen macht in dieser Phase tiefgreifende Veränderungen mit.

Die eine oder andere hitzige Diskussion, Gefühls- und Hormonchaos sind die Folge. Natürlich kommt es folglich auch innerhalb von Gruppen und Cliquen öfters zu Streitigkeiten und Zickenalarm. Nach einer Weile sollte sich aber alles wieder einrenken. Mädchen geben es selbst wohl ungern zu, doch sind sie sich im Stillen auch klar darüber, dass sie für viele Probleme selbst verantwortlich sind.