Reiseübelkeit bei Kindern

Familie bei der Ankunft im Hotel
Reiseübelkeit bei Kindern - Foto: ArturVerkhovetskiy / depositphotos.com

Ob mit Auto, Bus, Bahn, Flugzeug oder Schiff: jeder von uns ist in seinem Leben sicher einmal von einer Form der Reiseübelkeit (auch Kinetose genannt) betroffen gewesen. Es gibt verschiedene Arten und Weisen, sich fortzubewegen. Dabei können dieselben Symptome auftreten: das Auge registriert ständig bewegende Bilder, auch der Gleichgewichtssinn schlägt Alarm. Gleichzeitig aber ist man sich darüber bewusst, dass man auf Ort und Stelle sitzt. Ein Widerspruch, der Schwindel, Übelkeit und Erbrechen auslösen kann. Besonders bei Kindern treten solche Reisekrankheiten auf, denn deren Sinne sind besonders sensibel und mitunter verstehen sie noch nicht, was da gerade auf sie Einfluss nimmt. Als Elternteil ist das eine verzwickte Situation: einerseits will bzw. muss man weiter kommen, andererseits ist man auch um das Wohl des eigenen Kindes besorgt. Daher ist es ratsam, zu wissen, was man unter der Reiseübelkeit genau versteht und wichtiger: was dagegen hilft.

Reiseübelkeit

Die Symptome wurden bereits benannt: Schwindel, Übelkeit, Erbrechen. Bei Reiseübelkeit handelt es sich um keine wirkliche Erkrankung, eher um eine natürliche Reaktion des Körpers. Augen, Muskeln und das Gleichgewichtsorgan im Innenohr senden konträre Signale und der Körper reagiert dementsprechend irritiert. Reiseübelkeit kann immer dann auftreten, wenn Menschen in Bewegung sind. Hierfür ist der Botenstoff Histamin verantwortlich. Je mehr davon ausgeschüttet wird, desto mehr ist der Reisende betroffen.

Was hilft?

Medikamente können das Leiden mindern. Dafür bieten sich Antiemetika bzw. Antivertiginosa an, welche die Reize im Innenohr drosseln. Sie können auch prophylaktisch am Vorabend eingenommen werden oder können erst vor der eigentlichen Reise wirksam werden, beispielsweise in Form von Sirup oder Tabletten. Natürlich sollte man vorher in der Apotheke oder mit einem Arzt abklären, ob sich Medikamente auch für Kinder eignen. Haben Sie Ihre Reise bereits angetreten und keine Medikamente zur Hand? Dann gibt es, je nach Fortbewegungsmittel, verschiedene Methoden und Möglichkeiten, um der Reiseübelkeit entgegenzuwirken. Fahren Sie mit dem Auto sollten Sie auf jeden Fall genügend Pausen einplanen und kleine Spaziergänge in der frischen Luft mit dem Kind veranstalten. Das wird die angeschlagenen Sinne entlasten und schafft bei Ihrem Kind gleichzeitig noch für etwas Abwechslung. Schließlich schlägt eine Reiseübelkeit bei den Kleinen auch ganz schön auf das Gemüt. Sollten Sie mit der Bahn reisen, kann es beispielsweise schon genügen, sich nicht mit dem Rücken zur Fahrtrichtung, sondern in Fahrtrichtung zu setzen, um den Gleichgewichtssinn so zu entlasten. Im Flugzeug wird ein Platz am Mittelgang empfohlen, optimalerweise in Höhe der Tragflächen. Im Schiff schaukelt es hingegen in der Mitte am wenigsten. Bei einer Kreuzfahrt-Reise bietet sich hingegen ein Außenfenster an, damit Sie den Horizont fest im Blick haben.

Ein natürliches Mittel, das Reiseübelkeit entgegenwirken kann, ist ausreichender Schlaf! Denn sollte Ihr Kind beispielsweise nicht ausgeruht sein, wird die Wahrscheinlichkeit für Reiseübelkeit steigen. Vor der Fahrt sollte das Kind außerdem leichte Kost zu sich nehmen. Heißt: fettarme Mahlzeit, gleichzeitig nicht zu stark gewürzt. Auf flauem Magen sollte man eine Reise auf keinen Fall antreten, denn dann sind Beschwerden und Symptome fast schon vorprogrammiert.

Weitere Optionen: schlafen, Musik, Entspannung, Ablenkung, Kaugummi kauen, Bonbons lutschen