Vom Jungen zum Mann – Tipps zum Umgang mit pubertierenden Jungs

Junger Mann am Pool
Auch in der Pubertät gelten Regeln und nur faul herumliegen ist nicht - Foto: Hackman / depositphotos.com

In Teil 1 dieser Serie Vom Jungen zum Mann – die Pubertät  haben Sie bereits gelesen, wie sich die Trotzphase von Jungs in der Pubertät veräußern kann. Dabei wurden natürlich vor allem Schlagwörter wie „feiern“, „Alkohol“ und „Rauchen“ integriert, denn hierbei handelt es sich um Mittel und Werkzeuge, die sich in der Regel perfekt zur Abgrenzung und zur Manifestierung von Autonomie eignen.

Sie haben typische Kennzeichen und „Symptome“ der Pubertät nun zur Kenntnis genommen, doch fragen sich nun, wie Sie mit Ihrem Sohn in dieser kritischen Phase eventuell umgehen sollen.

Schließlich haben Sie als Mutter womöglich keine Erfahrungen mit pubertierenden Jungs, schließlich verlief Ihre eigene Pubertät vielleicht völlig unterschiedlich. Ihr Sohn stand Ihnen immer sehr nahe, er konnte Ihnen alles mitteilen und vertraute Ihnen bedingungslos. Plötzlich ist alles anders. Anfangs kann es schockierend und verwunderlich sein, wie Ihr Sohn sein Verhalten generell und speziell zu Ihnen verändert.

Doch sollte alles im Rahmen bleiben, müssen Sie sich nicht allzu sehr sorgen. Mit den folgenden Tipps haben Sie gute Chancen, diese herausfordernde Phase mit Ihrem Sohn angemessen zu meistern.

Schluss mit „Hotel Mama“

Gerade alleinerziehende Mütter vermeiden es manchmal, Ihren Sohn in die Hausarbeit zu integrieren. So kommt es oft zum berühmt berüchtigten „Hotel Mama“. Dabei ist es auch und gerade für Jungs in diesem Alter wichtig, dass sie nicht nur so tun, als seien sie reif und erwachsen.

Schließlich gehört es zur eigenen Autonomie mit dazu, Verantwortung zu übernehmen. Wäsche waschen, den Müll runterbringen, kochen, Wäsche waschen und sonstige Aufgaben, die Sie als Elternteil im Haushalt übernehmen: eines Tages ist es an der Zeit, dass auch Ihr Sohn solche Dinge erlernt, damit aus ihm ein autonomer und selbstständiger Mann werden kann.

Regeln aufstellen

Wie schon in Teil 1 angeklungen ist, lieben es Teenager und Jungs in dieser Phase, Regeln zu brechen. Das ist irgendwie auch wichtig, denn schließlich werden in dieser Phase Grundsteine gelegt, mit denen eine reife und gesunde Persönlichkeit entstehen kann.

Dafür ist es auch nötig, Reibung zu erzeugen und sich ein eigenes Urteil, eigene Maßstäbe zu erschaffen. Gehen Sie den Streitigkeiten als Elternteil also nicht künstlich aus dem Weg. Diese Reibung und gewisse Streitigkeiten sind wichtig. Es wäre fatal, wenn Sie Ihrem Sohn „bedingungslos“ vertrauen mit dem Argument „ach, der macht das schon“.

Gerade in dieser Phase wissen Jungs oft selbst nicht, was sie tun sollen und was nicht. Vielleicht erwecken sie nicht den Anschein, doch sehnen sie sich nach Regeln und Grenzen. Denn sollten sie nicht existieren, haben sie nichts, an dem sie sich reiben können. Es geht also um die goldene Mitte zwischen Autorität und Vertrauen.

Mit diesen zwei Tipps machen Sie als Mutter bzw. Familie bereits vieles richtig.

Weitere wertvolle Tipps für diese Phase finden Sie nachfolgend:

  • Kontakt zu Männern: Identifikationsfiguren für Jungs sind in dieser Phase wichtig. Als alleinerziehende Mutter sollte es also auch in Ihrem Interesse sein, dass der Junge seinen Vater sehen kann.
  • Privatsphäre respektieren: Vermeiden Sie intime Fragen, die unter die Gürtellinie gehen. Ihr Sohn ist Ihnen nicht mehr zur ultimativen Auskunft verpflichtet und es ist auch nicht seltsam, wenn er Geheimnisse hütet. Klopfen Sie an seine Tür, bevor sie herauskommen, bevor Sie mit der Tür ins Haus fallen!
  • Freundinnen sind keine Konkurrentinnen: Ihr Sohn wird zwei Frauen in seinem Leben brauchen: seine Mutter und seine Freundin. Das Verliebtsein und die Liebe zu einer Frau ist nicht mit der Mutterliebe zu vergleichen. Machen Sie es deshalb nicht und sehen Sie seine Freundin nicht als Konkurrentin an!
  • „Aus dir wird nie was“: Bei Wortgefechten kann es schnell emotional werden und Ihr Sohn teilt mitunter munter aus. Achten Sie dennoch auf Ihre Worte. Phrasen wie „aus dir wird nie etwas“ können tiefe Narben bei Ihrem Sohn hinterlassen.

Fazit

In dieser Phase sollten Sie als Elternteil nicht alles, was Ihr Sohn macht oder sagt auf die Goldwaage legen. Es handelt sich um eine wichtige Phase, in der die Themen Abgrenzung, Autonomie und Identifikation eine wichtige Rolle spielen.

Nicht jede aggressive oder machohafte Äußerung muss daher ernst genommen werden. Andererseits sollten Sie auch nicht zu „lasch“ sein, denn Regeln sind in dieser Phase genauso wichtig, auch wenn Sie zu Streit führen können!