Vom Mädchen zur Frau – Tipps zum Umgang mit pubertierenden Mädchen

Hilflose Mutter streitet mit Tochter
Viele Eltern sind bei pubertierenden Töchter hilflos - Foto: kmiragaya / depositphotos.com

Im ersten Teil dieser Serie haben Sie bereits gelesen, wie sich die Pubertät von Mädchen häufig veräußern kann. Dabei ist jede Pubertät natürlich etwas anders. Je nach Genetik, Umfeld und Erziehung kann es sich um eine laute, rebellische Pubertät handeln.

Vielleicht zieht sich ein Mädchen bzw. Ihre Tochter in dieser Zeit aber auch zurück, wird zu einem „Mauerblümchen“ und hegt viele innere Konflikte, die sie aus Scham nicht nach außen kehren möchte.

Dementsprechend schwierig ist es auch, pauschale Tipps für Eltern zu geben, die sich damit beschäftigen, wie man mit Mädchen in diesem Alter optimalerweise umgeht. Die folgenden Tipps sind dennoch relativ universell, sollten also auf jeden Fall passend und hilfreich sein, wenn man das Verhältnis zu seiner Tochter in dieser Zeit nicht unnötig strapazieren möchte.

Tipps für den Umgang mit pubertierenden Mädchen

Ein Mädchen wird sich an seiner Mutter orientieren, wenn es darum geht, eine Identifikation für die Rolle als Frau zu schaffen. Achten Sie also auch darauf, welche Signale Sie an Ihre Tochter aussenden. Womöglich haben Sie den Eindruck, dass es ohnehin nur um Prominente und Stars aus Jugendzeitschriften, oder um Anführerinnen in Cliquen geht.

Doch die Rolle der Eltern sollte in der Pubertät von keinem Elternteil unterschätzt werden. Eine männliche Bezugsperson ist ebenso wichtig, damit aus dem kleinen Mädchen eine selbstbewusste, unabhängige Frau werden kann.

Falsche Ideale thematisieren, Stellung beziehen

Als Elternteil geht es in Gesprächen mit Ihrer Tochter darum, dass sie reden und auch wie Sie es tun. Mit einem vorwurfsvollen und bestimmenden Ton werden Sie Konflikte nicht entschärfen, sondern nur noch weiter anheizen. Natürlich müssen Ansagen gemacht und Regeln durchgesetzt werden.

Doch ansonsten sollten Sie Ihrer Tochter manchmal auch wie ein Freund gegenüberstehen, der es einfach nur gut meint und das auch begründen kann.

Jugendzeitschriften sind interessant, doch letztlich geht es darum, was man selbst von sich hält. Gesellschaftliche Ideale müssen nicht das Nonplusultra sein, auch wenn dieses Gefühl durch die Medien gern vermittelt wird.

Es geht darum, nicht alles zu billigen, was sich die Tochter in ihrer Gedankenwelt so zusammen spinnt. Beziehen Sie Stellung! Schließlich benötigt Ihre Tochter auch in dieser Phase einen Anker, um „von Bord“ gehen zu können. Dazu gehört es natürlich auch, dass Sie Ihre Tochter ernst nehmen und sich unpassende Kommentare daher auch verkneifen.

Ein Beispiel im Umgang mit der Tochter

Eine häufige Szene in Haushalten könnte so aussehen: die Tochter betritt am Morgen die Küche und Eltern schauen sich verwundert an:

  • Hat jemand unbemerkt den roten Teppich ausgerollt?
  • Warum hat Ihre Tochter nichts von einem Model-Shooting gesagt?

Anstatt Sie Ihrer Tochter gewisse Outfits verbieten und sich in sinnlose Diskussionen verstricken, legen Sie lieber Wert auf das „Warum“.

„Ich möchte dir nicht verbieten, sexy auszusehen und dich in deinem Körper wohlzufühlen. Ich kann und will dir nicht sagen, was du anzubieten hast. Ich liebe dich nur und ich weiß, welche Signale du, vor allem an Männer, aussendest, wenn du dich so kleidest.

Du wirst einen ganz bestimmten Typ von Jungs anlocken und ich bezweifle, dass du so glücklich werden wirst. Durch aufreizende Kleidung erhöhst du deinen Selbstwert nicht. Das hast du nicht nötig, denn den hast du schon lang!“

Argumentieren Sie in diese Richtung und es ist zu bezweifeln, dass Ihre Tochter einen hitzigen Streit anzetteln wird. Vielleicht wird sie aus Trotz dennoch so aus dem Haus gehen. Doch immerhin kennt sie ihre Meinung und wird insgeheim wissen, dass sie Recht haben. Dadurch ist es wahrscheinlich, dass das nächste Outfit weniger aufreizend sein wird.

Fazit

Bei all den Einflüssen, die Eltern auf ihre Kinder haben: es ist wichtig, dass Sie ihre Tochter eigene Erfahrungen sammeln lassen. Schließlich lernt man nie besser als durch eigene Fehler und Erfahrungen. Es ist menschlich, dass man Fehler der Kinder als Elternteil verhindern möchte. Stellen Sie sich dennoch die Frage, was für die Entwicklung Ihrer Tochter am wirkungsvollsten ist, wie Sie selbst erwachsen geworden sind bzw. wie Sie gerne erzogen worden wären. Dadurch können Sie besser unterscheiden, wann eine Intervention sinnvoll ist und wie sie auszusehen hat.