Windelentwöhnung

Windelentwöhnung
Niedliches Kleinkind im Bad bei der Toilette - Foto: halfpoint / depositphotos.com

In machen Kindergärten gab es früher eine Pflicht, dass Kinder „sauber“ sein mussten, damit sie einen Kindergarten besuchen können. Solche Regeln gibt es in Deutschland nur noch selten. Dennoch kann es für Eltern mit kleineren Kindern natürlich sehr entlastend sein, wenn das Kind etwas unabhängiger wird und Toilettenangelegenheiten eigenständig regeln kann. Auf diese Art und Weise werden die Eltern etwas entlastet, das Zeitmanagement innerhalb der Familie bessert sich und das Kind lernt auf diese Weise, Verantwortung für sich und seine Bedürfnisse zu übernehmen. Dabei stellt sich für Eltern natürlich früher oder später die Frage: was ist denn das richtige Alter für mein Kind, um die Windelentwöhnung einzuleiten? Ab wann ist mein Kind dafür bereit? Was sind die richtigen Hilfsmittel für die Entwöhnung? Wie sieht ein entsprechendes Training aus und was passiert eigentlich nachts? Fragen über Fragen, die im Folgenden erläutert und beantwortet werden sollen.

Ab wann ist das Kind bereit?

Manche Kinder sind mit zwei Jahren für die Windelentwöhnung bereit, bei anderen hingegen dauert es bis zum vierten Lebensjahr. Das „richtige Alter“ gibt es also pauschal nicht. Bei jedem Kind gestaltet sich dieses Thema unterschiedlich, weshalb Eltern auch individuell reagieren sollten. Es kann verschiedene Anzeichen geben, die psychischer, geistiger und körperlicher Natur sein können.

Körperlich gesehen kann mit der Windelentwöhnung begonnen werden, wenn der Stuhlgang normal geformt ist und zu etwa vorhersehbaren Zeiten geschieht. Auch sollte ausgeschlossen werden, dass es nachts zu Stuhlgang kommt. Zwei bis drei Stunden bzw. nach dem Mittagsschlaf kommt es weder zu Stuhlgang noch zur Urinbildung? Das ist ebenfalls ein gutes Zeichen und weist daraufhin, dass die Blasenmuskulatur Ihres Kindes stärker wird. Ihr Kind sollte sich seine Hose auch allein hoch- und hinunterziehen können. Von Vorteil ist es, wenn das Thema auch für Ihr Kind relevant wird und es beispielsweise daran interessiert ist, wann Sie ihre Toilettenbesuche verrichten. Psychisch gesehen kann es soweit sein, wenn sich Ihr Kind mit voller Windel zunehmend unwohler fühlt. Allgemein hat es einen ausgeprägten Wunsch nach Unabhängigkeit und freut sich, wenn Sie es loben. Geistig gesehen sollte das Kind entsprechende Fragen verstehen, ob es beispielsweise auf die Toilette muss. Ihr Kind sollte die individuellen Worte für Urin und Stuhlgang kennen und bestenfalls unterscheiden können, wann welches „Geschäft“ verrichtet werden muss.

Anhand dieser Kriterien können Sie ungefähr einschätzen, wann Ihr Kind im passenden Alter für die Entwöhnung sein könnte.

Die richtigen Hilfsmittel (Topf, Kindertoilettenschutz)

Die populärsten Hilfsmittel für die Windelentwöhnung sind zum einen der klassische traditionelle Topf und zum anderen spezielle Kinder-Toilettenschutz-Vorrichtungen und Aufsätze für die Toilette, damit eventuell etwas aufgefangen werden kann, sollte etwas daneben gehen. Dabei gibt es keine Regeln oder Vorzüge, wofür Sie sich entscheiden sollten. Das ist definitiv Geschmackssache. Mit einem Aufsatz machen Sie es eventuell noch etwas schwieriger, gewöhnen das Kind aber gleichzeitig schon an die Toilette, die es später ja ohnehin benutzen soll. Beim Topf kann es einen speziellen Platz geben. Das hängt auch davon ab, wie groß Ihr Kind beispielsweise ist. Was allerdings Einfluss auf das Verhalten Ihres Kindes nehmen kann, ist der Design des Topfes bzw. Aufsatzes. Haben Sie einen Sohn, so geht er mit Sicherheit lieber und mit mehr Freude auf das „stille Örtchen“. Ebenso bei einem Mädchen mit entsprechendem Design des Topfes. Solche Tricks können letzten Endes dafür sorgen, dass dieses Thema nicht zur Qual wird.

Training

Letzten Endes ist es für Ihr Kind wichtig, dass die Windelentwöhnung und die Gewöhnung an Topf bzw. Aufsatz zu einer Routine, zu einem Ritual, zu einer Gewohnheit wird. Schließlich macht Übung den Meister und gerade kleine Kinder brauchen feste Gewohnheiten und Abläufe.

Hat Ihr Kind das Ihrer Meinung nach richtige Alter erreicht und die bereits besagten „Anzeichen“ sind eingetreten, sollte es in der Regel nicht allzu lange dauern, bis Ihr Kind sich von allein auf den Topf setzt, solange Sie konsequent bleiben. Hilfreich kann es sein, Ihr Kind immer wieder an den Topf zu erinnern und es beispielsweise alle zwei bis drei Stunden zu günstigen Zeitpunkten auf den Topf zu setzen. Sie können Ihr Kind auch zunächst mit Windeln auf den Topf setzen, damit es sich an die Routine gewöhnen kann. Seien Sie nicht enttäuscht, wenn etwas daneben geht: das ist ein ganz normaler Nebeneffekt und kann auch mit der Muskulatur Ihres Kindes zusammenhängen, die sich erst noch entwickeln muss. Erklären und zeigen kann in diesem Zusammenhang ebenso hilfreich sein: erklären Sie, warum man auf die Toilette muss und dass Mama und Papa es genauso müssen. Zeigen Sie eventuell, wie Sie den Topf entleeren, damit das Kind ein tieferes Verständnis erhält.

Nachttraining

Nachdem sich Ihr Kind die Windel abgewöhnt hat, kann es dennoch einige Zeit, eventuell Monate und Jahre dauern, bis Ihr Kind auch nachts rein bleibt. Bewahren Sie die Windeln also besser auf und fördern Sie den Prozess, indem Sie ab dem späten Nachmittag nicht mehr viel zu trinken geben. Außerdem sollte Ihr Kind sie nachts immer rufen dürfen, damit der Toilettengang geschehen kann. Eventuell können Sie den Topf auch neben dem Kinderbett für die Nacht platzieren. Routinen, die angemessene Zufuhr von Calcium und Magnesium, diverse Tees und das Vermeiden von Kälte können den Prozess verbessern. Zum Arzt müssten Sie erst, wenn ihr Kind etwa sieben Jahre alt ist und nachts immer noch unrein ist.

Fazit

Windelentwöhnung hat in der Regel nicht allzu viel mit Hilfsmitteln zu tun, können aber entscheidend sein, wenn sich Ihr Kind zum Beispiel mit dem Design des Hilfsmittels identifizieren kann. Ansonsten ist hier vor allem Geduld gefragt. Unnötiger Druck würde die Angelegenheit nur noch komplizierter machen. Es handelt sich um ein Training, um eine Gewohnheit, für die sich Eltern und Kinder etwas Zeit nehmen sollten. Achten Sie auf die besagten Anzeichen, haben Sie etwas Geduld, trainieren Sie, trainieren Sie auch nichts und gehen Sie auf Ihr Kind ein, indem Sie erklären – dann wird sich der Erfolg schnell einstellen.